„Schön datte da bist!“ … beim Festival „Da ist was im Busch“

Nicht zu heiß, nicht zu kalt. Perfektes Feierwetter begleitete auch den zweiten Tag des neuen Open-Air-Festivals „Da ist was im Busch“ am Rande der Viersener Waldzone. Mit Mono & Nikitaman, Anchors & Hearts, H-Blockx und einigen anderen sorgte das Programm für beste Stimmung.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker und Daniela Häming

Viersen – Am frühen Nachmittag startete Tag 2 des neuen Festivals „Da ist was im Busch“. Zu früh für die meisten? Nein, eher nicht, denn von Beginn an war jede Menge los am Hohen Busch, schließlich lockte ein hochkarätiges musikalisches Programm. Für den Auftakt musste dabei die Eröffnungsband gar nicht mal so weit fahren. Aus der Nachbarschaft, genauer gesagt aus Mönchengladbach, stammt die Rockband Leaves in Flames. Gerade mal vier Jahr jung, darf man die fünfköpfige Rockformation getrost noch als Newcomer bezeichnen. In 2021 veröffentlichten die Jungs ihr Debütalbum „Rolling the Dice“ mit Sounds der Achtziger und Neunziger mit einem großen Part an Experimentierfreudigkeit. Leidenschaft und ihren vielschichtigen Stil brachten sie auch auf die Viersener Bühne und nahmen einige neue Fans mit in die Vitusstadt.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Auch bei der nächsten Band stellt sich eigentlich die Frage, ob man sie – wieder – als Newcomer bezeichnen kann. Dabei sind Jaime Scholz (Gesang), Timo Brauwers (Gitarre), Martin Rollmann (Bass) und Achim Buschmann (Schlagzeug) eher alte Hasen und in der Region bekannt. Ihre musikalische Historie reicht über zwanzig Jahre zurück, tatsächlich allerdings brachte die Band Leaf erst im vergangenen Monat beim Heimspiel in der Viersener Rockschicht die erste Live-Show nach neun Jahren auf die Bühne. Energiegeladen, kraftvoll, mitreißend – perfekt nicht nur für diesen Sommer-Samstag, den danach die Gruppe Das Pack mit harten Klängen überflutete.

Aus Hamburg angereist und 2008 gegründet, hat sich Das Pack als deutsche Heavy-Metal-Band längst einen Namen gemacht. Für Gitarre, Gesang, Bass ist „Pensen Paletti“ zuständig, am Schlagzeug sitzt „Albi“, den Bass zupft „Zorro“ und bei Bass sowie Gitarre ist „Benno“ gekonnt dabei. Für Viersen keine Unbekannten, waren sie doch auch bereits beim Eier-mit-Speck-Festival zu Gast und bewiesen, dass sie die heimischen Gäste begeistern können. Ganz frisch und noch keine Woche alt ist dabei ihr neues Album „Die Kernseife der Medaille“. Perfekt für alle, die von diesem Sound nicht genug bekommen können.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Bevor dann Mono & Nikitaman die Bühne für sich einnahmen, nutzten wir den Umbaumoment für einen Snack mit dem DRK Viersen. Ohne die wichtigen Einsatzkräfte wäre ein solches Event eben einfach nicht möglich. Mit einer eingerichteten Unfallstelle für die Erstversorgung und für kleine Weh-Wechen ist das DRK an allen drei Tagen mit einem Rettungswagen und zwei Fußtrupps dabei. Gut, am Samstag war es glücklicherweise ruhig für die Ehrenamtler, Kreislaufprobleme und Wespen-Stiche standen auf der medizinischen To-do-Liste.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Kaum ausgesprochen wurde es vor der Bühne wieder laut. Jubel und Beifall begrüßten die deutschsprachige Band Mono & Nikitaman mit ihren meist sozialkritischen Texten. Die verpackten sie dabei gekonnt in Hip-Hop, Raggae, Dancehall, Punk oder Popmusik. Ein Klangmix zunächst ohne klare Linie und dennoch verschmolzen, dafür aber Texte voller Haltung und Attitüde. Worte, die aus der Seele zu stammen scheinen mit einer fast besinnlichen Eskalation. Die Begeisterung des tanzenden, sich im Takt fast meditativ windenden Publikums schwappte auch auf Anchors & Hearts über, die den Countdown des Abends einläuteten. Irgendwann musste halt auch der zweite Festivaltag sein Ende finden. Die deutsche Melodic-Hardcore-Band aus Bremervörde, die in diesem Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum feiert, ist bekannt für ihre „pfeilschnellen Rhythmen, wuchtigen Grooves, melodischen Leads und kantigen Riffs“. Die Texte von Manuel Wintjen, Timo Buck, Sebastian Gohl, Tim Söhl und Torben Tost regen an mehr Toleranz zu zeigen, sich öfter mal selbst zu hinterfragen.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Die letzten Klänge, die an diesem Abend über die Wipfel der Bäume wehten, war die deutsche Rockband H-Blockx. Sie gilt bis heute als deutscher Vorreiter der Stilrichtung Crossover und wurde 1990 in Münster gegründet. Ganz abgesehen von ihren begehrten Alben, schrieben sie unter anderem den Soundtrack zu dem deutschen Kinofilm Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding.

Sänger Henning Wehland, Gitarrist Tim „Tinte“ Humpe, Bassist Stephan „Gudze“ Hinz und Schlagzeuger Steffen Wilmking wurden dabei von einem bestgelaunten Publikum zu später Stunde erwartet, welches eigentlich keine Lust hatte nach Hause zu gehen, denn es war einfach „Schön datte da bist!“ (nb/dh)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming