Aus den Archiven: Winterliche Erinnerungen an den Dülkener Neumarkt

In Dülken schreibt man die Jahre 1907/1909 als die Erweiterung des mittelalterlichen Stadtkerns nach Norden angelegt wird – der Neumarkt entsteht. 1928 herrscht hier noch Frieden, der Winter hat Einzug gehalten.

Viersen-Dülken – 1939 bis 1941 wird hier ein Hitler-Jugend-Heim gebaut, am 3. Dezember 1944 wird der Neumarkt zum Schauplatz von einem der schlimmsten Ereignisse der Dülkener Stadtgeschichte im 20. Jahrhundert. Es noch früh am Morgen, als im HJ-Heim eine Panzerfaustvorführung abgehalten wird. Gegen 9.20 Uhr greifen drei Kampfbomber die Dülkener Innenstadt an und während die Umgebung fast verschont bleibt wird das HJ-Heim schwer getroffen.

In den Trümmern sterben 46 Menschen. 42 von ihnen sind Jugendliche, die meisten 1928 geboren, ebenfalls vier Erwachsene schaffen es nicht, weitere versterben später an ihren Verletzungen im Krankenhaus. In den Jahren 1951/1952 entsteht hier eine Polizeiunterkunft, Pläne lassen vermuten, dass dabei der erhaltene Keller des HJ-Heims verwendet wurde. (dt)

Foto: Privatarchiv Karl Giesen