Vom Rintgen aus ins Roahser zog es am Freitag die Jecken in den Notburgasaal. Es war einer dieser Abende, an denen man schon beim Betreten des Raumes spürt, dass sich etwas Besonderes ereignen würde: Die Rintger Karnevalsfreunde und die Rintger Buure hatten zur bunten Karnevalsparty geladen – und die Narren kamen gerne zusammen um ihr Vierscher Prinzenpaar zu feiern und direkt zwei neue Buure zu küren.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker und Hobby Fotografie Sebastian Janssen
Rintgen/Roahser – Bunt geschmückte Tische, wehende Fähnchen unter der Saaldecke und ein Publikum, das in Ornaten, straßenkarnevalistischer Schlichtheit oder elegantem Abendgewand gleichermaßen ausgelassen wirkte, ließen an diesem Abend keinen Platz für Alltagstrott. Mitten hinein in dieses ausgelassene Farbenmeer zog das, worauf die Rintger besonders stolz sind: ein Prinzenpaar aus den eigenen Reihen. Nun kam es also, dass Wolfgang III. und Estefania I. beim Einmarsch in den Saal in Begleitung ihres närrischen Gefolges und der Viersener Prinzengarde im Handumdrehen die Herzen eroberten … so, wie sie es schon bei ihrer Proklamation getan hatten.

Ja, die Rintger haben schon ein tolles Prinzenpaar, welches das Brauchtum im Herzen trägt. Steif oder formell kennen die beiden nicht – im Gegenteil: Jede Bewegung, jedes Lächeln, jeder kleine Handgruß zum Publikum ließ die Herzen höher schlagen. Begleitet von ihrer charmanten Entourage und der Viersener Prinzengarde zogen sie die Blicke aller Anwesenden auf sich und setzten den festlichen Auftakt zu einer Nacht voller karnevalistischer Magie.

Hierbei durfte natürlich der Auftritt der Begleitung ebenso wenig fehlen, wie die Darbietungen des Prinzenpaares selbst, und auch die Viersener Prinzengarde ließ es sich nicht nehmen ihre legendären Tänze auf das Parkett zu bringen, mit dem die Stimmung längst pulsierte. Als ihr Solomariechen schließlich unter blendendem Scheinwerferlicht erschien, stockte fast der Atem – ein Moment voller Eleganz, Präzision und übersprudelnder Lebensfreude.
Klatschend, mitsummend und laut jubelnd folgte das Publikum jeder Pirouette, jeder Hebefigur, jeder scheinbar unmöglichen Drehung. Hier reihte sich zudem das Viersener Tambourcorps ein. Seltener spielen sie direkt auf der Bühne, dabei sind sie geschaffen für die Bretter, die die Welt bedeuten. Für einen Augenblick verschmolzen Bühne und Zuschauerraum zu einem einzigen pulsierenden Herz des Karnevals, das noch lange nachhallte.

Dann kam der feierliche Augenblick, auf den viele gewartet hatten: die Kürung der neuen Rintger Buure. Ein Ruck ging durch die Menge, als die bisherigen Outfits abgelegt wurden und die bekannten blauen Hemden mit rotem Halstuch überreicht wurden. Unter Beifall nahmen Oliver Klinkhamels und Markus Jentgens ihre Plätze als frisch gekürte Rintger Buure ein – geküsst von der Prinzessin höchst selbst, wer kann das schon von sich behaupten.

Die feinen Klänge der Ordensvergabe vermischten sich mit der Livemusik der Band „Chilies“, die diesen Abend ebenso musikalisch mit gestaltete wie DJ Chris. Schunkelnde Gruppen, ausgelassene Paare und Nachbarn, die sich mitten im Trubel lachend in den Armen lagen – all das verschmolz zu einem lebendigen Kaleidoskop rheinischer Lebensfreude … unsere 5. Jahreszeit ist schon etwas ganz Besonderes! (nb)





