Die KG Hamm wer net kürte nen Dölker Jeck zum 54. „Cheriff vom Hamm“

Die Karnevalsgesellschaft Hamm wer net 1950 e. V. verlieh am Samstag zum 54. Mal ihren begehrten Cheriff-Stern – ein packendes Programm begleitete die Ehrung im evangelischen Gemeindehaus.
Von RS-Redaktion Ebru Ataman und Martin Häming

Viersche – Der neue „Cheriff vom Hamm“ musste seit seiner Vorstellung lange warten, nachdem die Corona-Pandemie die letzten Sitzungen zunichte gemacht hatte. Nun endlich aber hatte die KG Hamm wer net ein letztes Mal ins evangelische Gemeindehaus zur Galasitzung einladen können und formte rund um die Ehrung ein unterhaltsames Programm, durch welches die Sitzungspräsident Michael Berghausen und Clemens Vasters führten, die damit gekonnt das perfekte Fundament für einen vielseitigen Abend mit dem gut gefüllten Saal legten, während Allround-Musiker Roland Zetzen bewies, dass er musikalisch während der Pausen wusste das Publikum anzuheizen.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Bis zur Cheriff-Ehrung sollte es aber noch etwas dauern und so eroberte zunächst Bauchredner Klaus mit Willi, seiner vorlauten Affenpuppe, die Bühne. Klaus Rupprecht hatte dabei mal wieder seine kleinen Probleme mit seiner plappernden, rechten Hand. Feingefühl? Aber nicht mit Willi, welcher gekonnt so ziemlich jeden in die Pfanne haute, der ihm gerade im Gang entgegenkam oder gar ein Foto machen wollte.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Künstlerische Wurzeln in der Familie gab es übrigens bei dem bekannten Bauchredner keine und außer Kammblasen oder Badewannengesang wird in der Familie Rupprecht auch keiner Kunst gefrönt. Bereits im Alter von zehn Jahren allerdings gründete Klaus mit einer Puppe ein Marionetten-Theater und gastierte erfolgreich auf Kinderveranstaltungen aller Art. 1982 dann der erste Kontakt mit der 5. Jahreszeit, die er seitdem mit seinem Partner gelungen rockt.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Apropos rocken … auch das Vierscher Prinzenpaar rockte gemeinsam mit Begleitung und Prinzengarde die Galasitzung in bereits bekannter Manier, bevor der Hammer Show Express als beliebtes und bekanntes Eigengewächs der Gesellschaft nach einem bereits von lautem Applaus begleiteten Auftritt auf der vorangegangenen Damensitzung erneut die Bühne für sich einnahm. Mit einem Potpourri durch die Musikgeschichte erinnerten sie an Michael Jackson, an Falco, Brings, Cliff Richard & Co.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Als Einstimmung auf den Höhepunkt des Abends, wenn die Cheriffs mit ihrem Lied den Einzug ausgiebig genießen würden, durften dann zunächst weitere fachkundige Tanzschritte beklatscht und unterstützt werden, mit denen die Süchtelner Tanzgarde das Publikum zu begeistern wusste.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Und dann, ja dann war es soweit … Übrigens wurde der „54. Cheriff“ bereits im November 2021 vorgestellt, jedoch musste Günter Jansen aufgrund der Corona-Pandemie bis zum Abend dieses Jahres auf seine Ernennung warten. Ausgewählt hatte die Gesellschaft ihn aufgrund seiner herausragenden Verdienste um die Brauchtumspflege in Dülken, denn schließlich ist Jansen kein Unbekannter und tatsächlich ein echter Dölker Jong. Geboren 1963 in Dülken, startete er mit seiner karnevalistischen Laufbahn bereits mit 16 Jahren als Zugteilnehmer im Rosenmontagszug in Dülken und ist seit 2007 aktives Mitglied des Vaterstädtischen Vereins Dülken.

Zum 44-jährigen Jubiläum des Vereins wurde Günter Jansen Mitglied in der Prinzengarde als Begleitung des Jubiläumsprinzenpaares Dieter und Anka Niessen. Seit 2009 ist er im Vorstand des Vaterstädtischen Vereins tätig – zunächst als stellv. Schatzmeister, dann als Schatzmeister und Vizepräsident. Er feierte das Brauchtum als Adjutant der Prinzengarde der Tollitäten Christian und Melanie Höchst in 2015/2016 und ist seit 2018 Präsident des Vaterstädtischen Vereins Dülken.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Er erachtet die Brauchtumspflege und die damit verbundenen Werte und Traditionen gerade in der heutigen schnelllebigen Zeit für sehr wichtig. Dass ihm insbesondere die guten Beziehungen zwischen den Viersener Ortsteilen und insbesondere zwischen Alt-Viersen und Dülken am Herzen liegen, darauf wies auch sein Vorgänger im Amt, Christoph Grundmann, hin, der die Laudatio für seinen Nachfolger halten durfte.

Dabei war der neue Cheriff „damals“, also 2021, noch überrascht, dass die Hamm wer net in Dülken nach einem neuen Kandidaten suchten. „Leider war es in der Session 2021/2022 nicht möglich so zu feiern, wie wir es gerne gemacht hätten. So wurde die Wartezeit verlängert um ein Jahr und heute, an diesem Abend findet nun diese Kürung statt. Also in Dülken als Cheriff, warum nicht …“, so Günter Jansen. „Der Dülkener an sich sieht ja viele Sachen mit anderen Augen. Vielleicht ist das gar nicht schlecht, wenn man in Viersen und in den Stadtteilen mal schaut, was es da so gibt. Es gibt ja das eine oder andere wo wir schauen müssen, dass wir Karnevalisten alle zusammen in den Stadtteilen der Stadt Viersen Karneval feiern wie es sein soll.“ Im Karneval müsse man zusammenhalten, schließlich solle das Brauchtum, welches in den letzten zwei Jahren eingeschlafen war, auch in den kommenden Jahren Freude bringen.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Die „Cheriff“-Kürung ist eine der höchsten vereinsgebundenen karnevalistischen Auszeichnungen im Kreis Viersen. Die Karnevalsgesellschaft Hamm wer net 1950 e.V. ehrt jedes Jahr verdiente Persönlichkeiten aus dem Karneval, der Wirtschaft und dem öffentlichen Leben. Der begleitende Jubel bestätigte die Kürung und läutete die Pause ein, die die Gratulanten zahlreich gerne nutzten.

Auf der Bühne sorgte im Anschluss kein Unbekannter für Lachsalven. Leicht trottelig bewies Feuerwehrmann Kresse erneut, dass er die hohe Kunst der Dümmlichkeit bis zur Vollendung beherrscht. Gut, man möchte ihn wohl eher nicht dabeihaben, wenn es tatsächlich einmal brennt, aber bis dahin ist ein Einblick in die Brandbekämpfung mit Uniform, Blaulicht, Schlauch und Rollschuhen kaum ebenso zu toppen, wie die Standing Ovations für ein weiteres Eigengewächs der Gesellschaft.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Mit „I like to move it, move it. I like to move it, move it. I like to move it, move it. We like to move it!“ oder dem „Final Countdown“ ging es von Hip-Hop zu Pop mit modernen Schritten und jubelnder Unterstützung aus dem Publikum, die das Männerballett Les Hammphries, übrigens teilweise mit weiblicher Begleitung, wohlverdient hatte.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Mit dem Tanzsportverein der Palm Beach Girls füllte sich die Bühne und es wurde eng auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Eigentlich war für die Session 2021 schon „Wahnsinnsrinder – Alarm im Kuhstall“ angesagt. Nach der Coronazeit können die Mädels aus Palmersheim nun endlich wieder mit akrobatischen Höhepunkten und einem Mix aus klassischen sowie modernen Klängen bei ihren Showtänzen entzücken.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Die Anreise der Band Echt Lekker aus Mönchengladbach ist nun nicht ganz so weit gewesen, wenn man dagegen die Acts aus der kölschen Karnevalsstadt vergleicht. Allerdings gibt es in dieser Session eine kleine personelle Veränderung, denn Gründungsmitglied und Bassist Volker „Curley“ Kickartz fällt gesundheitlich zunächst aus. Ab Aschermittwoch ist er wieder mit dabei und wird bis dahin vertreten am Bass von Dirk Kraforst, Vollblutmusiker und Inhaber einer Musikschule.

Nach Mitternacht endeten die jecken Stunden, mit denen die Gesellschaft ihrem Veranstaltungswochenende im evangelischen Gemeindehaus eines der Krönchen aufsetzte, welches am Abend zuvor noch von der Vierscher Prinzessin und der weiblichen Begleitung getragen wurde. (ea)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

 

 

Ein Kommentar

  1. Es war ein toller Abend, ein Erfolg folgte den anderen. Bloß sehr mitgenommen hat uns Frauen das der Verein keine Zukunftsperspektiven hat! Sie wissen nicht wo die Reise hingeht. Die Politik setzt keine Perspektiven.
    Dabei brauchen wir Brauchtum was die Bevölkerung auch gerne leben lässt, aber wie?
    Hier ist es dringend notwendig, einen Weg zu finden, denn die Künstler werden oft ein Jahr vor Auftritt gebucht. Ist das denn in Viersen nicht möglich? Aber Dülken hat es bekommen wo wir uns sehr drauf gefreut haben, denn die Dülkener hatten ja auch Jahre Angst vor der Schließung des Bürgerhaus.
    Und siehe es hat durch den neuen Pächter prächtig Angelaufen und man ist dort gerne Gast.
    Die Vereine und die Bürger in Dülken haben das Bürgerhaus voll angenommen.
    Wir sind da auch gerne auf Veranstaltungen

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