Ein Foto erhaschen: Anstehen am Trevi-Brunnen

Der Fontana die Trevi ist wohl der populärste Brunnen in ganz Italien. Mit einer Höhe von rund 26 Meter und einer Breite von 50 Metern ist er zudem der größte Brunnen Roms und einer der bekanntesten der ganzen Welt – nicht verwunderlich, dass um den Trevi-Brunnen ein stetiges, buntes Treiben herrscht.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Rom/Italien – Heute ein touristisches Highlight, kann der Trevi-Brunnen auf eine bewegte Geschichte zurückblicken, wurde er doch 1732 bis 1762 nach dem Entwurf von Nicola Salvi gebaut und erst Ende 2015 nach einer langen Renovierungsphase wieder eröffnet. Mittlerweile ist er eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Rom weist der Brunnen einen spätbarocken Stil mit klassizistischen Einflüssen auf.

Um die Geschichte des Brunnens näher beleuchten zu können, muss jedoch noch viel weiter zurück in der Geschichte geforscht werden. Im Jahr 19 vor Christus ließ Konsul Marcus Agrippa neben dem Pantheon zur Versorgung seiner Thermen das Aquädukt Aqua Virgo anlegen. Auf einer Strecke von 26 Kilometern führt dieses Aquädukt als einziges seit der Antike Wasser aus den Sabiner Bergen. Im 12. Jahrhundert floss das Wasser aus drei Ausgängen in Brunnentröge an der heutigen Via del Corso, weshalb zum einen davon ausgegangen wird, dass der Nami Trevi sich auf eben diese drei Quellen bezieht, zum anderen auf die Kreuzung dreier Straßen. Im Jahre 1453 dann erhielt das Aquädukt durch Papst Nikolaus V. nach Restaurierungsarbeiten einen neuen Endpunkt, Leon Battista Alberti errichtete eine Fassade mit einem Papstwappen sowie einer Inschrift mit einem einfachen Brunnenbecken. Eine weitere Sanierung erhielt die Wasserleitung von der Quelle bis zu ihrem Endpunkt in der Stadt durch Papst Pius IV. in den Jahren 1561 bis 1570. Erst im Jahre 1640 entstanden unter Papst Urban VIII. erste Ideen eines aufwändigeren Brunnens, der Baumeister Gian Lorenzo Bernini konnte aus Geldmangel den Platz allerdings nur vergrößern und ein großes Brunnenbecken anbringen.

Foto: Rheinischer Spiegel

Im Laufe der Zeit folgten verschiedene erfolglose Anläufe, bis dann Papst Clemens XII. einen Architekturwettbewerb auslobte. Obwohl sich viele namhafte Architekten beteiligten, erhielt überraschend Nicola Salvi den Auftrag, der zu diesem Zeitpunkt noch wenig Erfahrung im Brunnenbau vorwies. 1732 begann er mit den Bauarbeiten des Brunnens, der sich mit seiner Fassade in voller Länge an den Palazzo Poli anlehnt. Zu dieser Zeit legte der Graf von Poli gegen den Bau Protest ein, da sich die Fassade nicht auf die Architektur seiner benachbarten Gebäude Rücksicht nahm. Der Gegenwind war umsonst und so weihte 1735 Papst Clemens XII. den Brunnen ein, obwohl dieser noch nicht fertig gestellt war. 1740 bereits starb der Papst und die Arbeiten gerieten unter Papst Benedikt XIV. ins Stocken. Nicht nur immer wiederkehrende Geldprobleme, sondern auch der perfektionsliebende Architekt zog die Arbeiten in die Länge. Alleine die Felslandschaft wurde zehn Mal neu gefertigt, bis sie den Ansprüchen Salvi genügten. Ab 1744 erkrankte der Architekt, der 1751 verstarb. Die Fertigstellung des Brunnens erfolgte durch Guiseppe Pannini. Dieser hielt sich fast vollständig bis zur Vollendung 1762 an die Pläne seines Vorgängers und nahm lediglich eine Änderung an der Skulptur des Oceanus vor.

Ebenfalls in den folgenden Jahrhunderten wurde der Brunne renoviert, im Jahre 2007 dann wurde die Wasserleitung unterbrochen und der Brunnen mit Leitungswasser gefüllt, welches durch eine Umwälzpumpe den Brunnen durchlief. Erst seit 2015 speist die Aqua Virgo wieder das große Becken, die Wasserspiele allerdings werden heute noch durch eine Umwälzpumpe betrieben. Ein Gang um den Brunnen lohnt sich trotz des meist herrschenden Gedränges, denn so lässt sich die Szenerie aus sich ständig wechselnden Blickwinkeln betrachten.

Der Brunnen ist in zahlreichen Filmen zu sehen, natürlich spinnt sich auch eine Legende um den touristischen Anziehungspunkt. Diese beginnt in den Sabiner Bergen, als Agrippa und seine Soldaten auf ihrer Rückkehr von der Seeschlacht gegen Kleopatra und Marcus Antonius hier eine Pause einlegten. Dabei soll ihnen eine Jungfrau eine Quelle mit besonders reinem Wasser gezeigt haben – die Quelle der Aqua Virgo, deren Wasser bis hin zum Trevi-Brunnen fließt.

Eine weitere Legende rankt sich um die Münzen, die heute noch in den Brunnen geworfen werden. So heißt es: Wird eine Münze über die Schulter in den Brunnen geworfen bringe es Glück, eine weitere Münze sichert die Rückkehr nach Rom, zwei weitere Münzen bringt die Liebe mit einem Römer oder einer Römerin – drei Münzen sogar führen zu einer Heirat mit dem oder der Betreffenden. Ursprünglich gab es den Brauch, dass ein Schluck aus dem Brunnen die Rückkehr nach Rom sicherte, dieser hat sich allerdings im Laufe der Zeit gegen die Legende der Münzen nicht durchsetzen können. Damit das Wasser durch die Münzen nicht verunreinigt wird, werden diese regelmäßig aus dem Brunnen gefischt und – zumindest in den vergangenen Jahren – gespendet. (ea)