Es war mitten in der Nacht, die Uhr schlug gerade 2.30, als die ersten Busse mit ukrainischen Flüchtlingen in Viersen ankamen. 35 Kinder und 30 Erwachsene waren die ersten, die aufgenommen wurden – in dieser Woche sollten sie nicht die einzigen bleiben.
Von RS-Redakteurin Ebru Ataman
Viersen – Mit nur dem Nötigsten hatten die ukrainischen Flüchtlinge ihre Heimat verlassen. Hatten den weiten Weg ins Ungewisse aus der Viersener Partnerstadt Kanew auf sich genommen, um ihr Leben zu retten. In der Ukraine schlagen weiterhin die Bomben ein, es ist kein Ende des Krieges in Sicht. Bereits in der Nacht von Montag auf Dienstag erreichten 65 Flüchtlinge – 35 Kinder und 30 Erwachsene – Viersen, weitere zwölf waren mit PKWs eingetroffen. Am Mittwoch wurde ein weiterer Bus mit 50 Flüchtlingen erwartet, die alle eine Unterkunft benötigen.
Erster Kontakt in Viersen war das Evangelische Gemeindehaus, wo Ehrenamtler für Getränke, Essen und Spielzeug für die Kinder sorgten. Nach einer Registrierung wurden alle Flüchtlinge auf ihre Unterbringung verteilt. Die meisten von ihnen kamen privat unter, einige fanden Zuflucht in einem städtischen Flüchtlingsheim. Rund 40 Angebote von Viersenern waren bei der Stadt gemeldet worden, die sich bereit erklärten Flüchtlinge bei sich aufzunehmen, der Bedarf ist dennoch weiterhin hoch.
Deshalb sammelt die Evangelische Kirchengemeinde in Viersen weiterhin Möbel für Ankommende. Wer gut erhaltene und saubere Möbel, mit denen die Ehrenamtler ein paar Wohnungen ausstatten können, abzugeben hat, kann sich unter der Telefonnummer 0176 52606196 melden. Benötigt werden Betten mit Lattenrost, neue Matratzen, Kühlschränke (jüngeren Alters), Spülenunterschränke, Küchenzeilen sowie Oberbetten (neu oder gewaschen). (ea)

