Saisontypische Entspannung am Arbeitsmarkt – Starker Rückgang bei den jüngeren Arbeitslosen

„Wir verzeichnen insgesamt sinkende Arbeitslosenzahlen im September. Der Rückgang bei der Arbeitslosigkeit der Jüngeren ist für mich ein klares Indiz, dass der Markt aufnahmefähig ist für Fachkräfte.“

Region – „Steigt nach den Ausbildungsabschlüssen im Sommer die Zahl der jüngeren Menschen typischerweise zunächst an, so unterstreicht der aktuelle Rückgang die vergleichsweise gute Situation auf dem Arbeitsmarkt“, so Dr. Sarah Borgloh, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Krefeld/Kreis Viersen, zu den aktuellen Zahlen auf dem Arbeitsmarkt, welche 21.581 arbeitslose Personen im Agenturbezirk ausweisen, ein Rückgang von 322 im Vergleich zum Vormonat. „Mit dem Ende der Sommerpause haben die gut ausgebildeten jungen Fachkräfte schnell einen neuen Arbeitsplatz gefunden. Insgesamt hat sich der Arbeitsmarkt nach dem coronabedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit in 2020, den darauffolgenden Aufholeffekten und dem Anstieg durch die Registrierung der ukrainischen Kriegsgeflüchteten aktuell normalisiert“, erläutert Borgloh.

Besonders die jüngeren Arbeitslosen haben von der guten Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt profitiert. In der Gruppe der unter 25-Jährigen sank die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 175 (minus 11,1 Prozent) auf aktuell 1.398.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen und Regionen

Aktuell werden im Bezirk der Agentur für Arbeit Krefeld 5.788 Menschen von der Arbeitsagentur betreut (198 weniger als vor einem Monat).
15.793 Arbeitslose (124 weniger als im August) sind in Betreuung der Jobcenter Krefeld und Kreis Viersen. Damit liegt die Arbeitslosenquote im Bezirk bei 7,6 Prozent (0,1 Prozentpunkte unter August; 0,1 Prozentpunkte über September 2021).

In der Stadt Krefeld liegt die Arbeitslosigkeit aktuell bei 10,4 Prozent (August: 10,6%, September 2021: 10,4%), im Kreisgebiet Viersen bei 5,4 Prozent (August: 5,5%, September 2021: 5,4%).

Die Arbeitslosenquoten in den Geschäftsstellen im Kreisgebiet:

Kempen (Kempen, Grefrath, Tönisvorst): 4,4 Prozent (Vorjahr: 4,4%)
Nettetal (Nettetal, Brüggen): 5,2 Prozent (Vorjahr: 5,4%)
Viersen (Stadt Viersen, Willich, Niederkrüchten, Schwalmtal):
6,0 Prozent (Vorjahr: 5,9%)

Kräftenachfrage

Der Stellenbestand beträgt 5.268 Stellen. Vor allem in den Wirtschaftsbereichen Handel, Gesundheit und verarbeitendem Gewerbe ist weiterhin ein hoher Stellenbestand zu verzeichnen.

Qualifizierungschancengesetz

„Qualifizierte Kräfte werden gesucht“, stellt Borgloh beim Blick in die Stellenstatistik fest. „Bei der immer schwierigeren Suche nach Fachkräften liegt es für die Betriebe nahe, durch eigene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vakante Stellen zu besetzen. Diese werden dafür durch Qualifizierungen und Weiterbildungen fit gemacht“, schlägt sie den Bogen zu ihrem Schwerpunktthema dieses Monats, der Qualifizierung von Beschäftigten in Unternehmen.

Die Caritas in Krefeld nutzt bereits die Angebote der Agentur für Arbeit zur Weiterbildung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Unternehmen. Eva Renard, Sachbereichsleiterin der Caritas in Krefeld, findet das Gesetz sehr hilfreich: „Weiterbildung sowie Qualifizierungsmöglichkeiten für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind bei uns als Caritas wichtiger Bestandteil der Arbeit. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und neuen Anforderungen z.B. in der Digitalisierung gerecht zu werden, ergreifen wir eigene Maßnahmen der notwendigen Weiterbildung und nutzen dafür auch gerne die Möglichkeiten, die das Qualifizierungschancengesetz bietet.“ Dazu ergänzt Carmen Pelmter, Leiterin des Caritas-Services: „Dies trifft natürlich auch besonders auf die Menschen zu, die bei uns im Rahmen der ,Arbeitsgelegenheiten‘ in unseren Einrichtungen mitarbeiten.“

Mit attraktiven Konditionen (anteilige Übernahme der Lehrgangskosten, Arbeitsentgeltzuschuss) beteiligt sich die Agentur für Arbeit an der Qualifizierung im Betrieb und unterstützt damit Arbeitgeber, die dem Fachkräftemangel aktiv entgegenwirken wollen. Fragen zum Qualifizierungschancengesetz und den detaillierten Fördervoraussetzungen beantworten die Mitarbeiter des Arbeitgeber-Service in Krefeld und im Kreis Viersen unter der gebührenfreien Rufnummer 0800 4 5555 20.

Die Daten zum Ausbildungsmarkt und damit zum Abschluss des Berufsberatungs-jahres werden im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz von Agentur für Arbeit, IHK und Kreishandwerkerschaft am 14. November 2022 präsentiert. Zu diesem Zeitpunkt liegen dann auch die konkreten Zahlen über die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge für dieses Jahr vor. (opm)

Dr. Sarah Borgloh (Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Krefeld), Eva Renard (Sachbereichsleiterin der Caritas), Marcel Gutrath (angehender Pflegefachmann bei der Caritas) und Carmen Pelmter (Leiterin des Caritas-Service). Foto: Agentur für Arbeit Krefeld

 

Ein Kommentar

  1. Arbeitslosenquoten sind doch verfälscht, denn wieviele sind auf irgendeiner Weise auf Fortbildungen um die Zahlen zu Verändern? Es gibt eine Menge die diese Lehrgänge nicht machen möchten, aber machen Sie die teueren Lehrgänge nicht, so werden Sie nicht Unterstützt. Denn wenn Sie Lehrgänge besuchen fallen Sie aus den Zahlen der Arbeitslosenversicherung raus! Dann zahlt die Rentenversicherung den Arbeitslosen Umschüler. Wieder unschuldige die diese Kosten Zahlen müssen um die Regierung mit Manipulierten Zahlen verschönern möchten.

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