Ja, so ein Blitzer hat es nicht einfach, dabei erfüllt er doch nur seine Pflicht: Er erwischt die Autofahrer, die sich nicht an die vorgegebene Geschwindigkeit halten.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz
Nettetal – Plötzlich stand sie morgens da, die Panzerblitze an der A61 in der sogenannten Breyeller S-Kurve. Kaum da, machten Fotos von ihr die Runde, sie wurde beschimpft, als Wegelagerer betitelt und hofft darauf, dass sie nicht auch in die Luft gesprengt wird, wie es einer nahen Verwandten auf der A4 gerade erst vor kurzer Zeit passiert ist.
Nun kann man über das neue Gerät fluchen, in dieser Kurve ist die Blitzanlage jedoch nicht unüberlegt aufgebaut worden. Die Breyeller Kurve zwischen den Ausfahrten Lobberich und Kaldenkirchen-Süd ist nämlich als Unfallschwerpunkt bekannt, weshalb bereits auf beiden Spuren ein Tempo 100 eingerichtet wurde. Insbesondere LKWs trifft dabei die Gefahr, weshalb Feuerwehr und Polizei in unregelmäßigen Abständen ausrücken müssen. Jüngst im Februar verstarb ein 50-jähriger Niederländer, der auf einen Sattelzug auffuhr, der ungünstig auf dem Standstreifen parkte. Warum auf dem Standstreifen? Nun, da war bzw. ist der LKW nicht alleine, denn nach dem Grenzübertritt müssen die Fahrer zeitnah die Länderkennung in den Fahrtenschreiber eingeben. Um der EU-Vorschrift nachzukommen und weil grenznah kein Rastplatz zur Hand ist, wird kurzerhand auf dem Seitenstreifen Halt gemacht.
Die Stadt Nettetal kann daran selbst nichts ändern, auch wenn es die Politik gerne sehen würde. Zuständig für den Blitzer ist nämlich die Autobahnbehörde, die im Mittelpunkt eines Antrags der CDU steht und über den Anfang Mai im Ausschusses für Öffentliche Sicherheit, Ordnung und Verkehr beraten wird. Wird über ihn positiv entschieden soll die Stadt Nettetal mit der Autobahn GmbH und den weiteren zuständigen Stellen Kontakt aufnehmen, um eine dauerhafte Messstation ebenso zu erwirken wie ein Überholverbot für LKWs.
Bis zur Nettetaler Stadtgrenze und auf der anderen Seite bis Mackenstein würde die CDU das nämlich gerne vollständig oder zeitlich temporär einrichten, außerdem sollen Maßnahmen umgesetzt werden, damit die Gefahr der stehenden Lastkraftwagen aus der Welt geschafft werden kann. Nachdem die Anbindung zwischen der A61 und der niederländischen A73 hergestellt wurde, ist der LKW-Verkehr auf dem kurvigen Verlauf mit Steigungen und Gefällen stark angewachsen. Gerade an den Ein- und Ausfahrten kommt es zu häufigen Spurwechseln. Gut, die Blitze hat sich nun erledigt, die Beratungen zum Überholverbot stehen kurz bevor. (cs)





