Eine lange Tafel für die Dülkener Lange Straße

Eingebettet in das Mühlenfest wurde am Sonntag die Lange Straße nach ihrer Umgestaltung feierlich mit rotem Teppich eröffnet. Die Arbeiten und Neuplanungen wurden von gegensätzlichen Meinungen und Diskussionen begleitet.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen-Dülken – Aus der Lange Straße ist im vergangenen Jahr eine Einbahnstraße geworden, die nun wieder befahren werden darf. Lange war sie der verlängerte Teil der Dülkener Fußgängerzone. Die Planungen zur Umgestaltung stießen und stoßen nicht überall auf Gegenliebe und bei einem Jahr Bauzeit gab es nicht wenige Kritik von Anwohnern sowie den wenigen letzten Geschäftsinhabern, für die nun die Einschränkungen der umfassenden Modernisierungsmaßnahme vorbei sind. ‚Zum Glück‘, war die Antwort, wenn man bei der offiziellen Eröffnung am Sonntag hier und da nachfragte.

Der grandiose Chor der Große Karnevalsgesellschaft Orpheum 1869 Dülken e.V. erschall auch außerhalb der Karnevalssession. Foto: Rheinischer Spiegel/Rita Stertz

Viel hat sich getan und ein Dank geht dabei sicherlich an das Land NRW und den Bund, aus deren Fördermitteln die Arbeiten anteilig finanziert wurden. Zwischen Gasstraße, Viersener Straße und Moselstraße wurden 3.000 Quadratmeter Pflaster erneuert und der Verkehrsraum neu geordnet. Die alten Pflastersteine, die zu gerne als Stolperstrecke galten, sind nun Vergangenheit und wurden durch eine Barrierefreiheit abgelöst – natürlich nicht ohne das alte Stadttor zwischen Westwall und Westgraben zu vergessen, welches im Pflaster weiterhin sichtbar ist.

Neu ist auch die Befahrbarkeit als Einbahnstraße auf der Lange Straße vom Westgraben aus in Richtung Peterboroughplatz. Schritttempo ist angesagt im neuen Bereich, in dem alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind. Wie bei einer Einbahnstraße üblich dürfen aber natürlich Fahrräder auch gegen den Verkehr die Lange Straße befahren. Ergänzt wurden die Arbeiten durch achtzehn gekennzeichnete Parkplätze und zwei Behindertenparkstände. Nachdem auf der Lange Straße und auf der Blauensteinstraße Bäume gefällt wurden, wurden als Ausgleich fünfzehn Straßenbäume und drei zusätzliche Jungbäume am Gefangenenturm gesetzt. Was in dieser Aufzählung zudem auf gar keinen Fall fehlen darf ist natürlich das Dölker Original „Tien Anton“, der im Anschluss an die Blauensteinstraße in Szene gesetzt wurde.

Energiegeladene Tanzschritte brachte die Fauth Dance Company Jugend mit. Foto: Rheinischer Spiegel/Rita Stertz

Nun aber genug der „technischen“ Daten, denn schließlich stand die Eröffnung im Rampenlicht und eine solche Feier will umfassend begangen werden. Zur Eröffnung am „Tien Anton“ hallte so nicht nur der stimmgewaltige Orpheums-Chor durch das historische Dülkener Ei, auf der Lange Straße selbst reihten sich die Tische aneinander zur langen Tafel. Bei sommerlichen Temperaturen bot das Open-Air-Picknick eine gute Möglichkeit in ein gemeinsames Gespräch zu finden.

Wer es dabei lieber bunt mochte, der fand sein Ziel nur wenige Schritte entfernt in der Mal+Werkschule FARBENWERFT von Petra Marín. Fleißige Hände gestalteten in den Räumen an der Blauensteinstraße „Das längste Gemälde Dülkens“ bei einer kostenlosen Malaktion, denn schließlich soll die Lange Straße schöner werden. Noch sind viele Schaufenster verlassen, mit diesen farbenfrohen Kunstwerken wird sich daran etwas ändern – bis wieder Leben in den Leerständen einkehrt. (nb)

Sie gehören ebenfalls fest zur Lange Straße – die Mitglieder der Beatles Gallery The Green Walrus. Foto: Rheinischer Spiegel/Rita Stertz