Sommerbühne Viersen: KAMRAD begeisterte mit pop-elektronischem Glanz

Der zweite Abend der Viersener Sommerbühne am Hohen Busch stand ganz im Zeichen großer Emotionen, eingängiger Popmelodien und elektrisierender Bühnenpräsenz. Headliner KAMRAD verwandelte die laue Sommernacht mit seiner mitreißenden Show in ein mit Popenergie aufgeladenes Highlight – ein Live-Erlebnis, das nachhallt.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz und Rita Stertz

Viersen – Zuvor hatte Greta als Supportact eindrucksvoll gezeigt, dass sie mehr ist als ein bloßer musikalischer Auftakt. Die junge Multi-Instrumentalistin mit Surfseele und urbanem Pop-Sound bespielte die Bühne mit einer Mischung aus Leichtigkeit, Tiefgang und charismatischer Gelassenheit. Ihre Lieder, zwischen Coming-of-Age-Gefühlen und hymnischen Liebeserklärungen an das Ungewisse, schafften es, das Publikum sofort abzuholen. Mal sanft melancholisch, mal kraftvoll und ungestüm – Greta bewies eindrucksvoll, warum sie derzeit zu den spannendsten Newcomerinnen der deutschsprachigen Musikszene gehört.

Foto: Rheinischer Spiegel/Rita Stertz

Dann wurde es Zeit für den Mann des Abends: KAMRAD – oder einfach Tim Kamrad ohne Vornamen – betrat unter begeistertem Applaus die Bühne. Was folgte, war ein Set voller Ohrwurmgarantie. Mit seinen Hits „I Believe“, „Feel Alive“ und „I Hope You End Up Alone (With Me)“ sorgte der Sänger nicht nur für kollektive Mitsing-Momente, sondern auch für eine Atmosphäre, die gleichzeitig euphorisch und intim wirkte.

Foto: Rheinischer Spiegel/Rita Stertz

Sein Sound: ein fein abgestimmter Mix aus elektronisch produzierter Popmusik, getragen von rauen Gitarrensounds, die seinem Stil einen unverkennbaren Charakter verleihen. Besonders bemerkenswert: Viele der Gitarrenparts, etwa im Hit „I Believe“, stammen von einer alten, defekten Gitarre, die KAMRAD im Keller seiner Eltern gefunden hat – ein charmantes Detail, das auch live spürbar wurde und seine Musik zusätzlich mit Authentizität auflädt.

Foto: Rheinischer Spiegel/Rita Stertz

KAMRAD zeigte sich als Künstler mit beeindruckender Bühnenpräsenz, aber auch mit einer sympathischen Nahbarkeit. Zwischen den Songs sprach er über seine Anfänge, die Arbeit mit seinem Vater, seinen musikalischen Umbruch ab 2020 – und über seinen Wunsch, Musik zu machen, die berührt, bewegt und verbindet.

Und das ist ihm am Samstagabend in Viersen zweifellos gelungen. Die Zuschauer*innen – ein generationenübergreifendes Publikum – tanzten, sangen und feierten. Es war ein Abend, an dem die Popmusik leuchtete – genauso wie die Augen der Fans vor der Bühne. (cs)

Foto: Rheinischer Spiegel/Rita Stertz