Dr. Markus Hardenack zum 45. Morr‘scher Jung proklamiert

Die Karnevalsgesellschaft Blau-Weiß Eisenbahner hatte in das Jugendheim „Am Martinshof“ in Morr eingeladen, um einen bekannten, beliebten und verdienten Karnevalisten in die Reihe der Morr’scher Jungs aufzunehmen.
Bericht von RS-Redakteurin Marlene Katz

Mönchengladbach – Der 2. Vorsitzende der Gesellschaft, Günther Krüger, begrüßte die geladenen Gäste in Vertretung des Präsidenten und 1. Vorsitzenden Hans Weyers, der leider aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei sein konnte. Endlich konnte nach 2020 wieder eine Ehrung durchgeführt werden und es kann wieder Karneval gefeiert werden.

Das Gremium hat sich für einen neuen Ordensträger entschieden, der alle Kriterien erfüllt. Bei dieser Gelegenheit begrüßte er ganz herzlich den Designierten Dr. Markus Hardenack mit seiner Gattin Christina sowie die restliche Familie.

Sein weiterer Gruß ging an die Prinzenpaare und das MKV-Präsidium. Sie alle wurden mit dem einzigartigen Schlachtruf in ganz Deutschland begrüßt und zwar mit „Puff, Puff, Puffer“.

Petra Heinen-Dauber, Hajo Siemes und Josephine Gauselmann

Auch die Politik war stark vertreten und zwar mit Oberbürgermeister Felix Heinrichs, den Bürgermeisterinnen Petra Heinen-Dauber, Josephine Gauselmann und Hajo Siemes. Auch Bezirksvorsteher Ulrich Elsen hatte seine Aufwartung gemacht.

Weiter fuhr er fort, dass ohne Unterstützung der Banken nichts gehe und begrüßte Franz Meurers, den Vorstand der Volksbank. Auch an alle Ehrensenatoren ging sein Gruß.

Horst Hübsch, selbst Morr’scher Jung vor 21 Jahren geworden, erzählte in kurzen Worten, wie es zu der Entstehung dieses Ordens kam.

Karl Hamacher, dem Protektor der Karnevalsgesellschaft „Rot-Schwarz-Grün“ aus Morr (daher der Name) erschien 1966 wichtig, Personen zu ehren, die sich um das heimische Brauchtum verdient gemacht hatten. Und wie ehrt man Karnevalisten? Natürlich mit einem Orden. Zunächst kamen da wohl die Förderer des Winterbrauchtums – also Karnevalsfreunde – in Betracht, aber auch Verdienste in anderen Jahreszeiten waren ehrenwert, wie die Reihe der mittlerweile 44 Ordensträger zeigt. Vom Karneval wurden bisher 7 Stadtprinzen – heute kommt der 8. hinzu, mehrere Präsidenten und ein Elefant (Bernd Gothe) geehrt.

Der Ordensausschuss suchte für den Orden nach geeigneten Motiven und fand sie im Rheydter Westen, in Morr. Er stellt 4 Zwerge dar, die das vielschichtige Leben der Menschen im Wechsel von Arbeit und Vergnügen versinnbildlichen. Diese Zwerge und das von 2 Pferden umrahmte Rheydter Wappen schauen auf die Passanten herab.

Die Ordensverleihung wird seit der Session 1998/99 von der KG Blau-Weiß Eisenbahner ausgerichtet.

Stele im Park

Im Jahr 2003 stiftete Bernd Gothe eine große Stele mit dem Ordensmotiv in Edelstahl, die im Park direkt neben der Gaststätte „Gambrinus“ steht. Der neue „Jung“ ist schon eingraviert.

Um an die verstorbenen Ordensträger zu erinnern, bat Hübsch die Anwesenden um ein stilles Gedenken.

Dann ging es mit der traditionellen Laudatio weiter, die vom Vorgänger, in diesem Fall Bruno Wiesner, gehalten wurde. Wiesner begann seine Laudatio: was lange währt, wird endlich gut.

Eigentlich sollte die Ordensübergabe an den neuen Ordensträger bereits im Jahr 2021 erfolgen. Wie alle aber wissen, hat Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht. Umso herzlicher begrüßte er alle Anwesenden zur Verleihung des Ordens „Die Morr’scher Jungs, der an Bürger verliehen wird, die sich um den Erhalt und die Pflege des heimatlichen Brauchtums, insbesondere des Karnevals verdient gemacht haben.

Bruno Wiesner

Ganz besonders begrüßte er zunächst den zukünftigen Ordensträger Dr. Markus Hardenack mit seiner Familie. Auch ging sein Gruß an die Prinzenpaare und den Vorstand des MKV, denn schließlich wurde hier ein langjähriges Mitglied aus ihren Reihen geehrt.

Er dankte der KG Blau-Weiß Eisenbahner, die seit 1999 die Tradition der Ordensverleihung fortgesetzt haben, die sie seiner Zeit von der KG Rot-Schwarz-Grün übernommen hat.

Der neue Ordensträger Dr. Markus Hardenack wurde am 20.06.1963 als ältestes von drei Kindern im Krankenhaus „Maria Hilf“ in Mönchengladbach geboren.

Aufgewachsen und zur Schule gegangen ist er in Düsseldorf, unterbrochen von einem Zeitraum von ca. vier Jahren, den er mit seiner Familie in den USA verbracht hat.

Zurück in Düsseldorf hat er dort 1982 sein Abitur gemacht. Sein ursprünglicher Berufswunsch war es, Priester zu werden. Nach ersten Kontakten zum weiblichen Geschlecht hat er davon allerdings Abstand genommen und beschlossen, stattdessen den Beruf des Frauenarztes zu ergreifen. Davon hat er dann allerdings wieder Abstand genommen.

Nach dem Abitur hat er an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf sein Medizinstudium begonnen und sich dabei für die Fachrichtung Chirurgie entschieden. Nach mehrmonatigen Zwischenstationen in Nairobi und New York hat er sein Studium erfolgreich abgeschlossen.

Seine erste Anstellung bekam er an der RWTH Aachen, von wo aus er in die neurochirurgische Klinik am Knappschaftskrankenhaus in Bochum wechselte. Dort wurde er nicht nur Oberarzt, sondern er hat zudem noch seinen Facharzt für Neurochirurgie gemacht und seine Promotion abgeschlossen.

Zurück in seiner Geburtsstadt hat er 2002 im Mönchengladbacher Stadtteil Odenkirchen eine Praxis für Neurochirurgie eröffnet. Operative Eingriffe während dieser Zeit hat er im Elisabeth Krankenhaus in Rheydt und in der Rheintorklinik in Neuss durchgeführt.

Da Markus mittlerweile mit seiner Frau Andrea und den Söhnen Niklas und Marcel in Odenkirchen heimisch geworden war und er außerdem durch und durch Karnevalist ist, blieb nicht aus, dass er 2010 Mitglied bei Ruet-Wiss Okerke wurde und dort die Aufgabe des stellvertretenden Sitzungspräsidenten übernahm. Außerdem trat er noch als aktiver Gardist in die GRPG ein.

Markus II. und Niersia Andrea

Als dann für die Session 2013/14 ein neues Prinzenpaar für die Stadt Mönchengladbach gesucht wurde, waren Markus und Andrea die erste Wahl. Als Markus II. und Niersia Andrea führten sie die Karnevalisten unter dem Motto „Gladbach – Die Perle vom Niederrhein“ erfolgreich durch eine sehr lange Session. Da die Proklamation nämlich schon am 23.11.2013 stattfand, der Hoppediz aber erst am 04.03.2014 zu Grabe getragen wurde, waren sie länger als alle anderen Prinzenpaare vor ihnen im Amt.

Auch nach der Prinzenpaarzeit blieb Markus dem Mönchengladbacher Karneval in verantwortungsvoller Position erhalten. Ab 2016 war er im Kostüm des MKV-Maskottchen Bernie zu bewundern und in dieser Funktion ließ er es sich auch nicht nehmen, zweimal beim VDZ als Bernie zu Fuß mitzuziehen. Darüber hinaus wurde er 2016 auf der Jahreshauptversammlung des MKV zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.

Um neben seinem Beruf diese ehrenamtlichen Aufgaben auch bewältigen zu können, wurde er tatkräftig von seiner jetzigen Frau Christina unterstützt, die seit 2015 mit ihren Kindern Jakob und Hannah zum Leben von Markus, Marcel und Niklas dazugehört.

Burggraf Dr. Markus Hardenack

Für seine Verdienste um den Mönchengladbach Karneval proklamierte ihn die KG Ruet-Wiss Okerke 2017 zum 48. Burggrafen.

Aufgrund eines Schlaganfalls musste Markus 2021 leider das Amt des stellvertretenden MKV-Vorsitzenden aufgeben, er ist dem MKV aber treu geblieben und unterstützt dessen Arbeit im Beirat als Inklusionsbeauftragter.

Während Markus früher ein begeisterter Ski- und Motorradfahrer war und auch immer mal wieder einen Marathon gelaufen ist, liest er heute gerne und viel und verbringt regelmäßig seine Zeit in Holland, am liebsten mit Christina, der Familie und engen Freunden.

Zum Schluss verriet Wiesner, dass die Familie wieder größer werde, denn Markus ist demnächst zweifacher Opa. Seine Söhne und die Schwiegertöchter werden beide im Sommer Eltern.

Er sprach Markus den herzlichsten Glückwunsch zur anstehenden Ehrung aus und hieß in willkommen im Kreis der Morr’scher Jungs.

Nach dieser großartigen Laudatio wurde Markus sowie der Oberbürgermeister, die Prinzenpaare und der MKV-Vorstand nach vorne gebeten.

Bevor der Oberbürgermeister ihm die Kette umlegte äußerte er sich, dass er durch die Laudatio viel über Markus gelernt habe. Aber manchmal ist das Leben ein Spaziergang, ein Gardetanz oder ein schwieriger Weg. Für Heinrichs war es eine hohe Ehre, Markus die Kette umlegen zu dürfen. Er fand es phantastisch, dass so viele Gratulanten und Freunde gekommen seien, um bei dieser Ehrung dabei sein zu dürfen.

Am gestrigen Abend bei Schwarz-Gold Odenkirchen sah er sich zusammen mit Gauselmann und Heinen-Dauber als Dreigestirn, aber am heutigen Morgen wurde er sogar einen Hofstaat zusammenbringen und zwar mit Gauselmann, Heinen-Dauber, Siemes und Elsen.

Auch das Prinzenpaar Stefan und Bianca überbrachten ihre Glückwünsche. Sie betonten ganz besonders, dass sie kein Prinzenpaar wären, wenn Markus nicht gewesen wäre. Für die Beiden ist Markus für alle da, ist ein offener Mensch und hat immer eine helfende Hand. Genauso wie er ist, so soll er auch bleiben, denn er wird noch gebraucht.

Das Kinderprinzenpaar Marlon und Lea konnten sich den Karneval ohne Markus nicht vorstellen und bezüglich der Ehrung meinten sie, dass er diese wirklich verdient habe.

Auch Gert Kartheuser gratulierte zu dieser hohen Auszeichnung. Weiter führte er aus, dass Markus positiv denke und auch positiv sei. Dann erhielt Markus den Nik-Ebert-Orden und Christina den Clown auf Wolke 7.

Um etwas Besonderes für die Zuschauer vorzubereiten, musste etwas Zeit überbrückt werden, und dafür sorgte HaPe Jonen mit seinen Stimmungsliedern.

Mit den Klängen des Liedes „eine Insel mit zwei Bergen“, zog eine kleine Lokomotive in den Saal ein. Der Lockführer war Dr. Markus Hardenack in Begleitung von fünf Herren in verschiedenen Outfits. Das war der Anfang der Dankesrede von Markus.

Als er zuerst davon hörte, dass er in den erlesenen Kreis der Morr’scher Jungs aufgenommen werden soll, fielen ihm einige Dinge ganz spontan dazu ein:

Morr’scher Jungs: das ist doch die Veranstaltung mit den weltbesten leckersten Mettbrötchen und kühlen Getränken direkt im Eingangsbereich.

Morr’scher Jungs und Eisenbahner. Das ist doch die Gesellschaft, mit dem für ihn so schwierigen Schlachtruf Puff, Puff, Puffer. Bei seinem ersten Auftritt vor den Eisenbahnern, zu seiner damaligen Prinzenzeit, verhaspelte er sich beim Ausrufen von diesem Schlachtruf, aber der liebe Hans Weyers kam ihm sofort gekonnt zur Hilfe und meinte wortgewandt, das sei in Ordnung, denn schließlich hätten Ärzte ja nicht so viel mit Puffs zu tun. Eigentlich wollte er schon damals eine kurze und leicht verständliche Abhandlung über ärztliche Notfälle in Freudenhäusern abhalten unter besonderer Berücksichtigung von Hirnblutungen und Herzinfarkten halten.

Morr, auch durch den Karneval lernt man dazu. Ihm war früher nämlich gar nicht bekannt, dass Morr der Name eines Ortsteils von Mönchengladbach ist. Man möge es ihm, dem in Mönchengladbach Geborenen, aber in Düsseldorf aufgewachsenen Morr’scher Jung vergeben.

HaPe Johnen

Er ist ganz besonders froh und glücklich darüber, dass er nach der Corona bedingte Pause zum Morr’scher Jung ernannt wurde, denn es gibt ihm ein Plenum für seine eigene ganz persönliche Message an alle:

Er kam als Lukas aus Lummerland und hatte auch seine Freunde mitgebracht! Auf Lummerland halten nämlich alle zusammen. Sie erleben viele Abenteuer und meistern jede schwierige Situation, weil sie zusammen halten auf der kleinen Insel. Übertragen kann er das auf den Mönchengladbacher Karneval, dessen Schlachtruf „Halt Pohl“ lautet. Den Gladbachern musste er nicht erklären was das bedeutet. Für die Zugereisten bedeutet es „Halt die Stange“.

Es müssen Dinge ausgehalten werden, man muss sich treu zur Seite stehen, auch wenn es schwierig wird. Weitermachen für die Sache, für den Gladbacher Karneval, der sehr viel mehr ist als nur Feiern, also Zusammenstehen.

Ganz aktuell hat das letzte Wochenende gezeigt, wie so etwas funktioniert. Die Große Rheydter Prinzengarde feierte eine phantastische Jubiläumssitzung, aber im Vorfeld gab es große Schwierigkeiten mit dem Catering. Schwarz-Gold Rheydt hat kurzerhand den Service übernommen und dabei einen super Job gemacht. Anfang Februar feiert Schwarz-Gold Rheydt die große Narrensitzung und die Rheydter Prinzengarde übernimmt dann den dortigen Service und wird sicherlich die Gäste ebenso gut und freundlich betreuen.

Seine ganz persönliche Geschichte zeigt, dass der Karneval Menschen verbindet. Markus stand vorne mit seinen engsten Prinzenfreunden. Sie haben ihn in der schwierigsten Zeit seines Lebens nicht fallen gelassen, sondern im Gegenteil: sie haben ihn aufgefangen, sie treiben ihn immer wieder an, binden ihn weiterhin ein, auch wenn es nicht immer einfach ist. Ihnen sei nichts zu viel, wie man sehen konnte.

Wer ist schon so bekloppt mit Markus als Lukas, Jim Knopf alias Dirk Weise, Herrn Ärmel alias Guido Gauls, König Alfons den viertel vor zwölften alias Michael Eßer, dem Postboten, alias Peter Homann und Herrn Tur Tur, alias Hartmut Gold auf die Bühne zu kommen. Rolf Gaden gehört auch noch dazu, er sitzt im Publikum und kann aus medizinischen Gründen leider nicht mit auf die Bühne. Christina Hardenack ist als Frau Waas (mit der schönen Schürze) eingesprungen.

Martina Weise

Er dankte allen, denn so wird Freundschaft gelebt. Dann ging noch ein riesiges Dankeschön an Martina Weise, die die Lokomotive Emma gebastelt hatte und die Markus einfach toll fand.

Natürlich unterstützen ihn auch andere, so seine tolle Familie und Freunde.

Der Karneval hat so viele Facetten, aber er ist Balsam für die Seele. Alle gemeinsam müssen dafür sorgen, dass der Karneval hoch gehalten wird in unserer Stadt. Er persönlich wird alles was ihm möglich ist, dafür tun.

Wenn man zurückblickt, wer schon alles zum Morr’scher Jung ernannt wurde, ist das eine großartige Ansammlung verdienter Karnevalisten, die sich seit vielen Jahren um den Karneval in Mönchengladbach bemühen. Mancher lauter, mancher leiser. Das ist in Ordnung so, jeder auf seine Art für unseren Karneval.

Er dankte zum Schluss den Eisenbahnern von Herzen, dass sie ihn ausgewählt haben und er ist nun mit großem Stolz ein Morr’scher Jung.

Präsident Karl Schäfer vom Karneval Linker Niederrhein bescheinigte den Eisenbahnern, dass sie den richtigen Mann ausgesucht hatten und wünschte Markus weiterhin toi, toi, toi.

Nach dieser emotionalen Dankesrede von Markus heizte HaPe Jonen den Saal noch einmal so richtig auf, bevor die Tanzgarde Rheer Mösche den offiziellen Teil der Veranstaltung beendeten.

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