Mit einem kräftigen „Gloria tibi Dülken“ und viel jeckem Trubel verwandelte sich die Aula des Clara-Schumann-Gymnasiums in Dölke am vergangenen Sonntagmittag in einen fröhlich-bunten Bauernhof der besonderen Art.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz und Leo Dillikrath
Dölke – Zur Kindersitzung der Dölker Crazy Kids e. V. strömten kleine und große Narren zusammen, um unter dem Motto „Party auf dem Bauernhof“ Karneval in seiner lebendigsten, lautesten und herzlichsten Form zu feiern. Musikalisch begleitete Detlef Belk das närrische Geschehen und sorgte vom ersten Ton an dafür, dass kein Fuß stillstand und kein Lächeln ausblieb.

Der feierliche Einzug der Dölker Crazy Kids gemeinsam mit dem Dülkener Kinderprinzenpaar ließ die Aula erbeben. Kinderprinzessin Marie I. und Kinderprinz Nico I., Geschwister und jecke Herzblüter, zogen unter Applaus ein und eroberten die Bühne im Sturm. Funkelnde Augen begleiteten diesen Moment, der den Auftakt zu einem prall gefüllten Programm bildete.
Ein besonderer Höhepunkt folgte mit dem Tanz des Dülkener Kinderprinzenpaares. Zu einem mitreißenden Lied, eigens komponiert von Roland Zetzen, zeigten Marie I. und Nico I., wie viel Leidenschaft, Rhythmusgefühl und karnevalistisches Feuer in ihnen stecken. Für Kinderprinzessin Marie I. war dieser Auftritt mehr als nur ein Programmpunkt. Der Karneval begleitet sie seit frühester Kindheit. Bereits mit vier Jahren tanzte sie als Mitglied der Kindertanzgarde der Ki Ka Kai a Boisheim in die Herzen des Publikums. Ob bei Umzügen in Viersen oder Dülken – der Straßenkarneval ist ihr vertrautes Terrain. Auch abseits der Bühne ist Marie ständig in Bewegung: Auf dem Pferderücken oder beim Voltigieren findet sie ihren Ausgleich, doch sobald Musik erklingt, gehört die Bühne ihr.

Kinderprinz Nico I. stand seiner Schwester in nichts nach. Schon als Zweijähriger war er als jüngster Jeck mit der Ki Ka Kai a Boisheim unterwegs. Heute begeistert er sich für Kutschen, Trecker und das Leben auf dem Land, doch auch auf der Bühne fühlt er sich sichtlich wohl. Als Pfadfinder beim Stamm Noah in Nettetal-Schaag hat er gelernt, Gemeinschaft zu leben und mit Humor durchs Leben zu gehen. Mit großer Aufmerksamkeit verfolgten die Gäste auch das Verlesen der elf närrischen Regeln des Kinderprinzenpaares für die Karnevalszeit, die längst Fahrt aufgenommen hat.
Es folgten zahlreiche Programmpunkte, die den Bauernhof zum Leben erweckten. Nach dem Auszug des Vereins sorgten die Minis mit ihrem Gute-Laune-Tanz für ausgelassene Stimmung. Die Narrenkinder präsentierten ihren Sessionstanz, bevor es sportlich wurde: Beim Pferderennen stand Hobby Horsing auf dem Programm. Besonderen Spaß bereitete das Steckenpferd-Duell, bei dem Prinzessin Lina I. und Jungfrau Abelina I. vom Boisheimer Kinderdreigestirn antraten. Mit viel Ehrgeiz, Lachen und akrobatischem Einsatz endete das Rennen schließlich unentschieden – ganz im Sinne des närrischen Fairplays.

Auch hochkarätiger Besuch hatte sich angekündigt: Das Kinderprinzenpaar aus Viersen, das Kinderprinzenpaar aus Süchteln mit der Garde der KG De Brook Müerkes sowie das Boisheimer Dreigestirn bereicherten die Sitzung und brachten zusätzliche Farben, Tänze und karnevalistische Vielfalt mit.
Fehlen durften natürlich auch die Karnevalsmäuse der Dölker Crazy Kids nicht und ein besonderer Moment war der Einzug des großen Dülkener Prinzenpaares: Prinz Ralf I. und Sandra I., die sich auch nicht nehmen ließen ein musikalisches Geschenk darzubringen. Es war eben ein bunter Nachmittag, als sich die lange Polonaise samt närrischer Tollitäten durch die Aula schlängelte und die Bühne so frei wurde für die Dü-Ka-Ge, die mit ihren Minis und Gardeflitzern zu Gast war. Spätestens beim Luftballontanz zu „Old McDonald“ hallte das Lachen bis auf die Straße und vermischte sich mit dem Sessionstanz der Tanzgarde bis hin zur Enten-Jukebox. Die Narrenkinder brachten mit „Didelidi“ nochmals Bewegung in die Reihen, bevor beim Bauernlauf Geschick gefragt war. Und, was darf natürlich nicht fehlen auf einer Bauernhofparty? Natürlich das Rote Pferd, bei dem die gesamte Aula auf den Beinen war. Bis hin zum Crazy-Chaos-Auftritt war die Kindersitzung der Dölker Crazy Kids e. V. stetig von jecker Freude geprägt und eigentlich viel zu schnell zu Ende.

Der Blick auf die Bühne zeigte eindrucksvoll, wie lebendig und zukunftsfähig das närrische Brauchtum der Vier-Stadt ist. Kindersitzungen wie diese sind weit mehr als ein buntes Unterhaltungsprogramm: Sie sind ein Ort, an dem Tradition spielerisch weitergegeben wird, an dem Kinder Gemeinschaft erleben, Verantwortung übernehmen und mit Freude in karnevalistische Rollen hineinwachsen. Hier entstehen die Erinnerungen, aus denen spätere Gardisten, Musiker, Organisatoren und Prinzen hervorgehen. Zwischen Tanz, Musik und jeckem Lachen wird der Grundstein für die nächsten Generationen gelegt – ein sichtbares Zeichen dafür, dass der Karneval lebt, weil seine Jüngsten ihn mit Begeisterung tragen. (cs)





